Mittwoch, 6. Juni 2012

Es gibt immer etwas zu Lernen..

Ihr Lieben,

lange habe ich schon nichts mehr über unser veganes Leben und für die Rubrik FAQ geschrieben.
Gerade aktuell führe ich allerdings wieder einmal auffällig viele Gespräche zu diesem Thema und ich stelle voller Freude fest, dass sich das Ansehen der vegan lebenden Menschen und der veganen Ernährungsweise in der Sicht der Öffentlichkeit gerade deutlich zu wandeln scheint.

Ich höre gerade in den letzten 2 Wochen immer seltener die Frage "warum" und immer häufiger Sätze wie: "Du, sage mal.. hast Du mal einen guten Tipp für mich, ich würde das ja doch auch gern einfach mal ausprobieren!?", was mich wirklich sehr freut!

Inzwischen bin ich auch nach einer -für mich sehr typischen- Phase, in der ich mich extrem mit einer Seite der Medaille Fleischessen (und zwar der negativen) beschäftigt habe, wieder in meiner Mitte angekommen und nun kann ich auch wieder ganz entspannt mit Fleischessern und Vegetariern umgehen. ;-)
Ja, es hat mich wirklich selbst erschreckt, wie sehr mich das ganze Thema mitgenommen hat und wieviel Mühe es mich kostete, nicht jeden einfach am Schlawittchen zu packen und in einen Maststall oder ein Schlachthaus zu zerren oder einigen Menschen einfach mal Monologe über Krankheiten wie Diabetes, Rheuma und Neurodermitis aufzudrängen..  Ich war einfach oft so unendlich wütend und konnte einfach nicht begreifen, wie so etwas irrsinniges auf dieser Welt sein kann.
Schlimm finde ich diese Zustände natürlich immernoch, aber inzwischen erkenne ich auch immer mehr die Zusammenhänge, die dazu führen, dass die negativen Seiten und Auswirkungen von der Masse nicht erkannt werden und habe außerdem begriffen, dass ich niemandem helfe, indem ich wütend und verzweifelt bin.

Statt dessen gebe ich lieber tolle Kochtipps, verschenke vegane Kochbücher und lasse einfach Menschen veganes Essen probieren. Hier und da weise ich auch schonmal auf evtl. Zusammenhänge von Krankheiten und Fleisch- und Milchkonsum hin, aber mir ist klar geworden, dass ich niemals jemanden überzeugen kann, indem ich durch zu offensives Verhalten den anderen in eine Ecke dränge.. das erzeugt nur Abwehr.
Nun ja. *räusper* Auch ich bin ja weiterin lernfähig.

HA! DAS bringt mich nun auch zurück zu meinem ursprünglichen Anliegen.. ich wollte nämlich eeeiiigentlich ;-) eine weitere Frage beantworten und insbesondere vielleicht die Vegetarier unter Euch auf etwas aufmerksam machen, das ICH nicht wusste, als ich Vegetarierin war (oder eben viel besser: meinte, es zu sein!).:


Warum sind Vegetarier häufig gar keine Vegetarier?

Wenn Du einen Vegetarier fragst, was vegetarisch bedeutet, wird er meist etwas antworten wie "ich esse nichts vom toten Tier". Fragst Du dann weiter "aber Milch, Eier und Käse geht?" hörst Du in der Regel: "Ja, das schon, dafür muss ja kein Tier sterben." So jedenfalls habe ICH es immer erklärt.

Und nun kommt das große ABER:

1.) Siehe FAQ zum Thema Milch und Eier - auch dafür sterben Tiere, wenn auch indirekt.
2.) In Käse jedoch ist Lab enthalten und zwar sehr häufig tierisches Lab! Und was das ist, erklärt Wikipedia so:
"Lab (auch Laab, Kälberlab, Käsemagen) ist ein Gemisch aus den Enzymen Chymosin und Pepsin, welches aus dem Labmagen junger Wiederkäuer im milchtrinkenden Alter gewonnen und zum Ausfällen des Milcheiweißes bei der Herstellung von Käse benötigt wird."

Das bedeutet also, dass für die Herstellung von Käse sehr wohl auch direkt geschlachtet wird und Teile des Kalbes sich in Deinem Käse befinden!

Hast Du das gewusst?? Also vielleicht war ich ja eine Ausnahme und einfach total schlecht informiert, aber vielleicht bin ich ja doch nicht die Einzige und für Dich sind diese Hinweise auch neu.


Ach.. und übrigens gibt es doch auch ein Leben nach dem Käse - ich hätte es selbst kaum geglaubt, aber nach mittlerweile einem halben Jahr vermisse ich ihn ehrlich nicht mehr! Wir haben tolle selbstgemachte Brotaufstriche, ab und an auch mal "Soja-Scheibenwurst" und neuerdings sogar veganes "Mett". Auf die Pizza kommt Hefeschmelz und Käse vermissen selbst die Kinder nicht mehr!
Und noch ein kleiner Tipp zum Thema Milch: Ich persönlich mag am Liebsten den Sojadrink "fresh" von Alpro Soja.. ! Der steht im Kühlregal und schmeckt für mich ähnlich wie damals meine 1,5% Milch. Nur dass mein Hals anschließend nicht so verschleimt ist! Und probiert unbedingt auch mal den dunklen Schokoladenpudding von Alpro! mmmmhh.... 

So, ich bin dann mal weg.. am Kühlschrank..  !   ;-)






Kommentare:

Marions Bastelstübchen hat gesagt…

Liebe Sole,
schön, dass Du mal wieder was zu diesem interessanten Thema schreibst.
Trotz Käse- und Milch-Konsum bin ich stolz, endlich den 1. Schritt geschafft zu haben und seit zwei Monaten auf Fleisch zu verzichten. Und wer hätte es gedacht: Sogar meine geliebten Nürnberger Rostbratwürste und SchwiMu´s Backhendl lassen mich völlig kalt. Ich habe da einfach keinen Appetit mehr drauf. Als Nebeneffekt habe ich zwei Kilo abgenommen.
Inzwischen bin ich mir völlig sicher, der nächste Schritt ergibt sich irgendwann von alleine. Dann schaffe ich es auch vegan zu sein, aber man muss sich selbst und seiner Familie (vor allem, wenn sie Dich nicht unterstützen wollen) einfach Zeit geben, um sich auf die neue Situation einzustellen.
Ich freue mich schon auf Deinen nächsten veganen Beitrag!
Beste Grüße
Marion

La La hat gesagt…

Gut zu wissen, das mit dem Lab ist mir beisher auch nicht bewusst geworden! Ist in Diskussionen sicher auch ein Totschlagargument, da vergeht ja jedem der Appetit! .. Muss mich jetzt noch mal genauer mit dem Lab beschäftigen *in Suchmaschine eintipp* Viele Grüße

IsidarMithrim hat gesagt…

Seit ich gerade in den letzten Wochen sehr viele neue Leute kennengelernt habe (neue Ausbildung -> neue Leute im Betrieb, neue mit-Azubis, neue Klassenkameraden), habe ich mich wieder oft erklären müssen. Ich habe erstmal nix gesagt über meine Ernährung, und wenn es dann doch zur Sprache kam folgen Reaktionen wie "echt, das find ich ganz klasse", "hast du ein paar Rezepte für mich?" und leider auch "was ist du dann, Salat?!" oder "ich kaufe auch nur Biofleisch....". Wenn mir vorgeworfen wird, ich könne nur Salat essen, werd ich immer ganz kribbelig, außerdem wird man oft als Feind dargestellt weil man ja hier und dort die anderen behindern würde. Es ist echt schwer sich da zurückzuhalten und keine Standpauken zu halten *seufz*. Andererseits sehe ich es auch nicht ein, mich beleidigen lassen zu müssen. Ich denke ich werde der "Salat-Dame" beim nächsten Berufsschultag mal was leckeres mitbringen - vielleicht kommt es ja an.
Ganz liebe Grüße und viel Spaß beim weiteren veganen Leben :)